ORT / UNTERKUNFT

Die Einwohner von Tartlau packte das Entsetzen, als die Glocken anstatt zum Kirchgang Sturm laeuteten. Zweihundert Jahre vorher hatten die Tataren den Ort gleich dreimal einge?¤schert, was unvergessen geblieben war, und jetzt drohten die Tuerken schon zum zweiten Mal, das Dorf zu ueberfallen. Es waren nur zehn Jare seit jenem Ueberfall von 1421 vergangen, als fast kein Stein mehr auf dem andern geblieben war. Und nun eilten alle in die Kirchenburg, verschlossen die Tore, lie??en das Fallgatter hinunter und luden die beruechtigte Todesorgel. Sie waren die einzigen Sachsen, die so eine Waffe besa??en. More

Die Ortschaft Gro??scheuern war bis zum T??rkeneinfall von 1493 kaum bekannt, obwohl sie zwischen 1322 und 1335 urkundlich als Magnum Horreum (Gro??e Scheune) und spaeter als maior villa Horrei (die gro??e Stadt der Scheunen) erwaehnt wurde. Wie in Dokumenten jener Zeit berichtet wird, verheerte das t??rkische Heer die umliegenden Doerfer. Ein Jahr spaeter erhielt die romanische Basilika von Gro??scheuern Hilfeleistug von der Hermannst?¤dter Provinz der Sieben St??hle, um die Kirche wieder aufzubauen.More

Um 1930 wurde auf dem Gemeindegebiet von Stolzenburg ein Schatz von 18 M??nzen ausgegraben, die aus der Zeitspanne 1050 - 1350 stammten und von denen 12 ihrer Herkunft nach in einem M??nzamt am Mittellauf der Elbe gepr?¤gt wurden. Man kann also annehmen, dass ein Kolonist aus dem Osten Deutschlands zugewandert war und sich in der zweiten H?¤lfte des 14. Jh. hier aufgehalten hatte. Die s?¤chsische Siedlung Stolzenburg entstand jedoch fr??her und war dem Hermannst?¤dter Stuhl unterstellt.More

In alten Dokumenten traegt die Ortschaft mal den Namen Holzmenia (1319), mal Holczmang (1494), was auf Holz und "mangi" (Menge) hinweisen kann, also Holzmenge bedeutet. Holz war sicher ein ideales Baumaterial fuer die ersten Haeuser, die suedlich der Hauptstrasse, die Hermannstadt/Sibiu mit Leschkirch/Nocrich verbindet, aufgebaut wurden. Die Kirchenburg von Holzmengen war im Laufe der Zeit zahlreichen feindlichen Ueberfaellen ausgesetzt. More

Das Dorf Kleinschelken, 48 km noerdlich von Hermannstadt/Sibiu und 23 km westlich von Mediasch/Medias gelegen, besitzt eine reiche und gut dokumentierte Geschichte. Die erste Niederlassung in diesem Gebiet stammt aus der Bronzezeit. Sie steht in keiner Beziehung mit der saechsischen Ansiedlung von 1280. Der Name scheint slawischen Ursprungs zu sein, und von sol abzustammen (was auf slawisch Salz bedeutet), denn der Ort wurde im Jahr 1311 als Salchelk angefuehrt. More

Die architektonischen Besonderheiten einer Kirche stehen fast immer im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und rechtlichen Lage einer Gemeinschaft, der sie zugehoert. Das ist auch der Fall der Wehrkirche in Abtsdorf, das Jahrhunderte hindurch, beginnend mit dem 14. Jh., eine hoerige Gemeinde war und erst nach Abschaffung der Leibeigenschaft 1848 zur freien Gemeinde wurde. More

Die Bogeschdorfer Kirche besitzt das vermutlich wertvollste und kunstreichste Chorgestuehl aus dem 16. Jh., das sich in einer saechsischen Dorfkirche bewahrt hat. Auf einem Gestuehl an der Suedwand ist folgendes verzeichnet: "Diese Arbeit wurde vollendet von mir Johannes Reychmut Tischlermeister aus Schaessburg zu Ruhm und Ehren der Jungfrau Maria.More

Es war im Jahr 1356, als die Sachsen aus Keisd, Arkeden/Archita und Radeln/Roades sich mit jenen aus Deutschkreuz/Crit, Meschendorf/Mesendorf und Klosdorf/Cloasterf, alle der Kerzer Abtei untertaenig, zusammentaten, um das an der Kokel gelegene Gut des Komes Jakob, Sohn des Geubel, anzugreifen. Sie muessen eine grosse Wut auf diesen Komes gehabt haben, weil sie alle seine Haeuser in Schutt und Asche legten, seine Gueter raubten und seine Gattin und Tochter vergewaltigten und sogar umbringen wollten. Sie zertruemmerten auch die Tuer zur Schatzkammer und nahmen alle Gueter mit, die die Frau des Komes dort verborgen hatte. Nicht genug damit, ueberfielen sie auch das Dorf Schard/Soard, wo sie die Kirchentuer einschlugen und alle Gegenstaende des Kirchenschatzes entwendeten, was den Wert von etwa 100 Mark ausmachte. Sie griffen auch die Bodendorfer Kirche an, die zum Repser Stuhl gehoerte, und entnahmen ihr alle vorgefundenen Urkunden. Doch all dieses ist nur ein Geruecht, das sich verbreitet hat, denn niemand weiss genau, was eigentlich geschehen ist und welches der Grund fuer diese grosse Wut war. More

Im 12. Jh., waehrend der Herrschaft des Koenigs Geza II., wurden hier "Gaeste aus Flandern" (hospites flandrenses) angesiedelt. Die Ortschaft befand sich auf einem Huegel und wurde nach dem Kirchenpatron Petersdorf genannt. In der zweiten Haelfte des 13. Jh. wurde die Siedlung durch Tatarenangriffe zerstoert, die Bauern zogen aus Sicherheitsgruenden oder Wassermangel ins Tal hinunter, wo sie eine neue Wohnstaette fanden. Sie verliessen den Huegel (ham) und rodeten den Wald (roden), was zur Bezeichnung Hamerodia fuehrte, wie sie um 1400 in Urkunden verzeichnet ist. Die Ungarn ihrerseits behaupten, dass der Name bereits existierte und die zugezogenen Ansiedler die Benennung aus dem Ungarischen uebernahmen: hamar bedeutet auf ungarisch "schnell". More

"... im Jahr des Herrn tausendvierhundertundneunzehn hat er diesen Text geschrieben und das schoene Maedchen ist ihm in Erinnerung geblieben" waren die letzten Worte, die er auf die Flagge jener Richter malte, die anwesend waren bei der Christianisierung des Hl. Apostel Paulus. War nicht dieser es gewesen, der gesagt hatte "wo keine Liebe ist, ist gar nichts"? Jetzt war er ueberzeugt, dass Paulus die Wahrheit gesagt hatte, selbst wenn er sich auf die Liebe zu Gott bezogen hatte. Er wusste auch, dass es sich nicht gehoerte, so etwas in eine Kirche zu schreiben, vor allem hier oben neben dem Triumphbogen; aber die Liebe hatte ihm den Verstand geraubt und er spuerte nur, dass er es allen sagen muesse, allen seine Liebe zeigen muesse, in alledem was er tat und was er war. Es sollte geschrieben sein, und es sollte wahrhaftig bleiben. Es sollte die Zeiten ueberdauern. Niemand wuerde es dort oben lesen, nur er wuerde davon wissen, und vielleicht auch sie, nachdem sie aus dem Vaterhaus jenes grossen Graefen geflohen war.More

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FOKUS
Copsa Mare / Großkopisch
Großkopisch, eine freie Gemeinde auf dem Königsboden, besaß die ausgedehntesten Rebenhänge im Weinland. Anfang des 14. Jh. fand hier der Gottesdienst in einer dreischiffigen gotischen Basilika statt. Ein Dokument aus dem Jahr 1283 berichtet sogar von einer älteren Basilika an diesem Ort.

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