Die Ortschaft Braller, rumänisch Bruiu, wurde 1307 erstmals urkundlich erwähnt. Um das Jahr 1500 wird der Ort eine freie Gemeinde des Schenker Stuhls.

In der Mitte des Dorfes wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine dreischiffige romanische Basilika mit Westturm errichtet. Auf seiner Westfassade befand sich das Eingangsportal.  Das mit einem Kreuzgewölbe überwölbte Erdgeschoss des Turms öffnete sich über drei Rundbogenarkaden zum Hauptschiff und den zwei Seitenschiffen. Wir können bloß vermuten, dass das Hauptschiff über eine flache Decke verfügte, während Chorraum und Seitenschiffe mit Kreuzgewölben und die Apsis mit einer Halbkuppel überwölbt war. 

 1520 gewährt die Kasse der Hermannstädter Provinz der Gemeinde Braller eine finanzielle Unterstützung. Zeitlich entspricht das der Zeitspanne,in der die meisten sächsischen Kirchen aus Siebenbürgen befestigt werden, also lassen sich die baulichen Veränderungen an der Kirche wohl dem genannten Zeitabschnitt zuschreiben. Wie bei anderen Kirchen auch, wurden die Seitenschiffe abgetragen und die Arkaden,die sie mit dem Erdgeschoss des Turms verbanden, zugemauert. Das Hauptschiff und der Chorraum erhielten Sterngewölbe mit Stichkappen und Gewölberippen die sich auf angeblendeten  Pilastern mit einfacher Profilierung stützten. Der Chorraum wurde um drei Stockwerke erhöht und zum Chorturm ausgebaut. Im Innenraum wurde der Triumphbogen zwischen Chor und Hauptschiff zum Spitzbogen umgebaut. Der Glockenturm im Westen wird um ein Wehrgeschoss mit Fachwerkbrüstung erweitert, und die Kirche mit einem Bering mit ovalem Grundriss umgeben, der im Süden durch einen Wehrturm und im Westen durch den Glockenturm verstärkt wurde. Da der Kirchturm nun zum Bering gehörte, wurde auf der Südseite des Chores ein neuer Eingang in die Kirche angelegt.



Ein zweiter weitläufigerer, vieleckiger Bering, ersetzte irgendwann, das genaue Datum ist nicht bekannt, die alte Umfassungsmauer. Der neue Bering hatte vier Türme und ein Wehrhaus im Süden. Im Innern war der Bering mit einem Wehrgang auf gemauerten Bögen versehen. Einige Abschnitte waren mit dreistöckigen Speicherkammern bebaut. Der Eingang in die Burg befand sich im Westturm.

1845 an den alten Chor wurde ein weiterer Chor mit Tonnengewölbe angebaut. Die neue halbkreisförmige Apsis erhielt ein Stichkappengewölbe. Zeitgleich wurden die Seitenschiffe wieder aufgebaut, die nun zwar genauso hoch, aber auch kürzer wie das Hauptschiff waren, sodass der Turm nun aus der Westfassade hervorragt. Im Innern wird im Süden und Osten eine Empore gebaut. Durch diese Veränderungen wird die Kirche zur Hallenkirche. Auf der Nordseite der Kirche wird ein neuer Eingang angelegt.

Irgendwann Mitte des 19. Jarhunderts wurde der Chorturm abgetragen. Der erste Bering ist im Laufe der Zeit verschwunden, vielleicht wurde er abgetragen um im Innern des äußeren Berings mehr Raum zu gewinnen, vielleicht war er auch einfach nur zu verfallen. 

Der Flügelaltar stammt aus dem Jahre 1520. Das Herzstück ist eine Madonnenskulptur mit Kind, an die zwei feste und zwei bewegliche Flügel anschließen, die auch den Schrein verdecken können. Die Orgel stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde 1880 von Wilhelm Hörbiger restauriert. Die barocke Kanzel stammt aus dem Jahre 1667, der Kanzeldeckel aus dem Jahre 1776.

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