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CARTA / KERZ
Kloster und Kirche
Das Kloster in Kerz, Filialkloster der Abtei zu Egresch, wurde erstmals 1223 erwaehnt u. zw. in einer Urkunde aus der Zeit Koenigs Andreas II., worin von einer Schenkung des Zisterziensers Gocelinus an das Kerzer Kloster die Rede ist. Heute koennen seine Ruinen in der Alt-Au neben der Strasse von Hermannstadt nach Kronstadt besichtigt werden. Von den Moenchszellen steht noch, suedlich der Kirche, eine hohe Mauer mit Rundbogenfenstern und einem Zwillingsfenster. Der grosse Tatareneinfall von 1241 hinterliess unbeschreibliche Zerstoerungen: fast das ganze aeltere Bauwerk musste 1250 wiederaufgebaut werden, und so drang die burgundische Fruehgotik nach Siebenbuergen ein, eine Bauweise, die noch Techniken und Loesungen des romanischen Stils verwendete.

Dieser Baustil blendete bis nach Kronstadt hinueber, wo er in der Bartholomaekirche seinen Niederschlag fand.
Der Einfluss der Zisterzienser ist heute in der siebenbuergischen Architektur nur schwer auszumachen, hat jedoch seinerzeit seine Spuren in Tartlau/Prejmer, Honigberg/Harman, Petersberg/Sanpetru, Marienburg/Feldioara, aber auch in Bauten im Harbachtal hinterlassen, wo die Kerzer Kirche als Beispiel genommen wurde.

Die zahlreichen Tuerkeneinfaelle und der Verfall des Ordens fuehrten dazu, dass Kirche und Kloster zusehends verfielen. So ordnete Koenig Matthias Corvinus 1474 die Aufloesung des Klosters an. Trotzdem hat die Westfassade der Kirche standgehalten. Ein grosses Radfenster ohne Masswerk ueber dem gotischen Portal ist noch sichtbar. Der Wachtturm an der Fassade kam erst Mitte des 15. Jh. hinzu, seine Rolle als Glockenturm erhielt er wohl spaeter. Das Gewoelbe der maechtigen Hallenkirche stuerzte ein, uebrig blieben nur die Aussenmauern sowie ein Joch im Norden und im Sueden..
Im Pfarrhof befindet sich eine kleine Wassermuehle, deren Holzhaemmerchen ununterbrochen schlagen, als ob sie daran erinnern wollen, dass die Zeit nie still steht.

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