Suche
Siebenbürgen, auch Transsilvanien genannt, ist eine der bezauberndsten Regionen Rumäniens. Von deutschen, ungarischen und rumänischen Kulturtraditionen geprägt, ist es ein herausragendes Beispiel einer kulturell und ethnisch vielfältigen Region. Sein großes touristisches Potential verdankt Siebenbürgen aber nicht zuletzt seiner unberührten und abwechslungsreichen Landschaft.
|lies mehr ueber Siebenbürgen|
CODLEA/ZEIDEN
Was sucht eigentlich ein immer noch heidnischer Petchenege in dem 12. Jh. auf den Hügeln Zeidens? Lauerte er wohl auf die Schübe des Deutschen Ritterordens, die gerade anreisten, um eine Burg zu errichten? Allerdings war sie nicht aus Holz, wie es vom König Andreas II erlaubt wurde, sondern aus Stein, wie es auch die Marienburger Festung war. Oder kam er, um mit den Szeklern gemeinsam das Königreich gegen die feindlichen Kyptschaken zu verteidigen? Von den Byzantinern vor genau einem Jahrhundert endgültig besiegt, sind einige der Petchenegen nach Ungarn geflüchtet und man weiss nicht, ob sie auch in den Osten des Reiches gerufen wurden. Nun sahen sie aufmerksam zu, wie der gründliche Orden seine Schwarze Kirchenburg anpasste an den felsigen Gipfel, der die Wiesen der Fogarascher Heide und den Geisterwald bewachte. Es schien, als ob sie ewig bestehen bleiben würde und doch wurde sie beim Ansturm der Tataren 1335 bis auf die Grundmauern zerstört.
Das Zusammenschmelzen der Kapitelle, auf der Bäume und verschwommene Figuren zu sehen sind mit der Schiessscharte des romanischen Portals aus Zeiden, weisen auf die erste Hälfte des 13. Jh., als höchstwahrscheinlich auch die Basilika von den deutschen Einwanderern errichtet wurde. Die westliche Fassade, wo sich dieses eindrucksvolle Portal befindet, besteht aus unverputztem Kalkstein und hat einen von drei engen Fenstern durchbrochenen Giebel. Wie die Michelsberger Kirche hat auch die Zeidner Kirche, die den beiden Heiligen Georg und Michael geweiht wurde, keinen Turm und hat diese Eigenart auch im Laufe der Jahrhunderte weiter behalten. In der Zeit der Gotik hat die Kirche zahlreiche Veränderungen mitgemacht, wobei der Chorraum drei Seitenschiffe und ein Gewölbe in Netzform erhalten hat, das sich auf zylindrische oder gerippte Säulen stützte. Die Fenster im Chorraum sind hoch und haben die Eigenarten der Veränderungen von 1432 beibehalten. An der Nordseite wurde eine zweistöckige Sakristei gebaut.
Aussen wird der Chorraum von Strebepfeilern gestützt. Zwischen Chor und Kirchenschiff befindet sich ein halbrunder Triumphbogen. An der Aussenseite wird der Übergang dieser beiden Räume durch zwei massive Strebepfeiler markiert, die viel breiter als die des Chores sind. Die in der Gotik restaurierte Kirche durchlebte zwei grosse Brände im Jahre 1685 und 1701. Ein Jahr nach Letzterem entstand die bewundernstwerte Kasettendecke des Kirchenschiffes. Sie besteht aus 252 rechteckigen Feldern, in denen sich ebensoviele Varianten der Lutherrose befinden. In der Mitte gibt es ein achteckiges Medallion, auf das beflügelte Engel und eine Strahlenkrone mit folgender Inschrift: „Es werden nicht alle, die zu Dir sagen: Herr, Herr, ins Himmelreich kommen“, gemalt wurden. Ebenso wird an die Künstler Johannes Stolz, Thomas Fayt, Simion Playger und Thomas Groß, erinnert, deren Bild man an der südlichen Mauer betrachten kann. Im selben Jahr wurde an der Nordseite eine zweistöckige Empore errichtet. Ins 18. Jh. Gehört auch die
Anschaffung der Orgel mit 2000 Pfeifen, 2 Klaviaturen und 28 Registern, erbaut von dem Schlesier Johann Prause.
Im selben Jahr als die Türken ins Burzenland vorstiessen, diesmal sogar vom rumänischen Herrscher Alexandru Aldea begleitet, wurde die Kirche 1432 mit zwei Ringmauern und vier quadratischen Türmen befestigt, die von den Zünften der Fassbinder, Schmiede, Weber und der Zimmerleute gepflegt und verteidigt wurden. Die grösste Befestigung im Burzenland wird im ersten Quartal des 16. Jh. abgeschlossen werden und schliesslich mit einer dritten Ringmauer dastehen. Diese wird auf der Westseite durch eine dreimeterhohen Mauer zu einem Zwinger abgetrennt. Der alte Graben, der sich zwischen den letzten beiden Ringmauern befand, wurde im 19. J.h. verschüttet / aufgefüllt. Der Turm der Schmiede, der gleichzeitig auch das Eingangstor hatte, wurde zum Glockenturm bestimmt und erhielt eine Glocke aus dem Jahr 1477.
Fast drei Jahrhunderte später wurde das einseitige Dach, das alle vier Türme gemeinsam hatten, durch ein barockes ersetzt und das heutige neugotische Dach entstammt dem Jahr 1892. Von den vier Türmen mit Dach haben sich, ausser dem vorher erwähnten, noch der der Fassbinder und der Weber, (der einzige, der auch Zinnen hat) erhalten, während der der Zimmerer im 19. J.h. abgebaut wurde. An der Wehrmauer im Innenhof wurde eine mehrstöckige Reihe von Lagerräumen angebracht, wo die Dorfbewohner ihre Vorräte aufbewahrten.

Mein Dorf - 15 EUR
Johann Schaas, Kurator der sachsischen Kirche Richiş (deutsch: Reichesdorf, Reichersdorf, ungarisch Riomfalva) teilt mit uns, in sachsischem Dialekt, seine schonsten Erinnerungen an Orte in Siebenbürgen, die er liebte und nicht verlassen wollte, auch wenn die Umstande dagegen sprachen. Documentary Film, 52 minuten. Untertitel: Rumanisch, Englisch, Deutsch, Franzosisch, Italienisch, Ungarisch.

Im Dezember und Januar könnt ihr die winterliche Landschaft bewundern, mit dem Pferdeschlitten durch die verschneiten Orte und Wälder fahren oder in den Bergkurorten der Region Ski fahren.
| lies mehr |


Man muss sie einfach probieren, die tollen kulinarischen und kulturellen Produkte Siebenbürgens!
| lies mehr |


Kirchenburgen sind faszinierende Bauwerke. Vormals in vielen Gebieten Europas verbereitet, sind sie heute europaweit nur selten und in wenigen Regionen zu finden.
| lies mehr |










