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Siebenbürgen, auch Transsilvanien genannt, ist eine der bezauberndsten Regionen Rumäniens. Von deutschen, ungarischen und rumänischen Kulturtraditionen geprägt, ist es ein herausragendes Beispiel einer kulturell und ethnisch vielfältigen Region. Sein großes touristisches Potential verdankt Siebenbürgen aber nicht zuletzt seiner unberührten und abwechslungsreichen Landschaft.
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CRISTIAN(SIBIU)/GROSSAU
Andreas Lapicida war ein geschickter Steinmetz. So kam es, dass sein handwerkliches Können Mitte des 15. Jahrhunderts in den siebenbürgischen Dörfern, in denen die alten, von den ersten Siedlern errichteten Basiliken den Ansprüchen des neuen, düsteren Jahrhunderts angepasst wurden, sehr gefragt war. Seit einiger Zeit hattes es sich der Meister nun zur Gewohnheit gemacht, seine Zahlungsansprüche gelegentlich zu überdenken und dann wesentlich mehr als im ursprünglichen schriftlichen Vertrag festgehalten,zur not auch gerichtlich einzufordern. Das hatte er in Meschen bereits so gemacht,und nun versuchte er es auch in Großau. Es war im Jahre 1498, die Kirche war zur hallenkirche geworden und Johannes der Meschener Pleban sollte in dem Prozess, durch den der Steinmetzmeister weitere 100 Gulden für das Gewölbe und die Fenster forderte, gegen diesen aussagen.
Von der einstigen romanischen Basilika zeugen die drei Geschosse des Westturms, die Kreuzgewölbe die einige der Joche des nördlichen Seitenschiffs überspannen und die im Zuge späterer Umbauarbeiten zugemauerten Obergadenfenster. Die anderen Teile des Gebäudes in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vollständig in eine Hallenkirche mit weitläufigen Chorraum, drei Schiffen und Glockenturm umgebaut. Durch Verlängerung der Seitenschiffe entstanden entlang des Chores zwei geräumige, etwas kürzere, zum Hauptchor hin geöffnete Nebenchöre mit rundem Chorschluss. Über dem Chorraum mit Kreuzgewölben wurde ein Wehrgeschoss, der Zugang zum Wehrgeschoss passiert über eine Wendeltreppe auf der Nordseite. Im 16. Jahrhundert wurde der nördliche Nebenchor durch Errichtung einer Wand vom Hauptchor getrennt und in eine Sakristei verwandelt.
Das Kirchenschiff wurde nach 1472 unter der Leitung des Steinmetzmeisters Andreas Lapicida zur Hallenkirche umgebaut. Die Außenwände der Seitenschiffe wurden erhöht, zwischen diesen und dem Hauptschiff entstanden achteckige Bündelpfeiler.
1775 baut Johannes Hahn für die Großauer Kirche eine Orgel.
Der achtgeschossige Glockenturm wurde auch wiederholt umgebaut. Nach dem Erdbeben von 1802 wurde auf das obere Wehrgechoss verzichtet, der Turm erhöht und mit einem Dach mit vier Ecktürmchen versehen.
Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Kirche mit der ersten Ringmauer umgeben. Gleichzeitig entstand der Speckturm, dessen zweites Geschoss eine Zeitlang als Kapelle in Verwendung war. Der hatte ein auf Konsolen ruhendes Wehrgeschoss mit Wurflöchern, das in einem späteren Jahrhundert abgetragen und durch ein gedrehtes, auf den Konsolen ruhendes Ziegeldach ersetzt wurde. Im 15. Jahrhundert wurde in nur drei Metern Abstand zur ersten Mauer eine weitere Wehrmauer errichtet. Beide Mauern hatten Wehrgänge, an der Innenseite der ersten Ringmauer standen Vorratskammern. Die äußere Mauer war mit fünf dreigeschossigen Wehrtürmen befestigt. Auf der Nordseite entstand ein Zwinger. In ihm steht das Pfarrhaus mit seiner Pestkanzel, von der während der vielen Pest- und Choleraepidemien, die Großau im Laufe der Jahrhunderte heimgesucht haben, die Predigten erklangen.

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